Sonntag, 15. April 2018

Asiatische Glasnudel-Pfanne für Faule

Hallo ihr Lieben,

Martin hat wieder Schichtdienst. Das freut mich ganz allgemein nicht allzu sehr, aber ich versuche es positiv zu sehen und die Zeit entsprechend zu nutzen. Dazu gehört unter Anderem, dass ich nun wieder einige Gerichte in der Küche zaubern kann, die Martin nicht mag ;)

Das bedeutet allerdings auch, dass ich zumeist für mich alleine koche. Das stört mich aber gar nicht unbedingt. Dennoch verstehe ich jene, die das nicht freut. Auch ich möchte mich nach einem langen Arbeitstag nicht für mich allein in die Küche stellen. Die Glasnudelpfanne ist hier eine wunderbare Lösung, denn sie ist ganz einfach und superschnell zubereitet.


Zubereitungszeit: 15 Minuten


Utensilien: 

  • eine große Pfanne
  • ein Topf
  • ein Sieb

Zutaten für 2 Personen

  • 2 "Päckchen" Glasnudeln (die sind bereits zusammengebunden)
  • 3 EL Sesamöl
  • 1 große Zucchini
  • 1-2 Karotten
  • 5-6 Mangoldblätter
  • 1/2 Glas Bambussprossen
  • 2-3 Knoblauchzehen
  • 3 EL Sojasauce
  • Shrimps nach Belieben
  • Chili nach Belieben


Zubereitung

  1. Wasser im Topf zum Kochen bringen, Glasnudeln 2-3 Minuten kochen lassen und abtropfen
  2. Öl in der Pfanne erhitzen
  3. Zucchini vierteln
  4. den Strunk des Mangolds großzügig abschneiden und den Rest in Streifen schneiden
  5. Karotten schälen und in Streifen schneiden
  6. Knoblauch schälen und in Spalten schneiden
  7. Gemüse in der Pfanne anbraten
  8. Nudeln, Chili und Sojasauce mit dem Gemüse in der Pfanne vermischen, auf einen Teller geben
  9. Shrimps anbraten und über der Nudel-Gemüse-Mischung verteilen
  10. Genießen


Tipps 

Selbstverständlich könnt ihr den Knoblauch auch durch die Presse drücken, ich mag das gerne so herzhaft.

Die Shrimps könnt ihr ebenso gegen Hühner- oder Rindfleisch austauschen, oder auch vegetarische ohne Fleisch schlemmern. Wie gewohnt seid ihr auch bei der Gemüseauswahl flexibel.

Wer ein bisschen Geschirr sparen möchte, kann das Wasser für die Nudeln auch gut in der Pfanne erhitzen und muss später weniger abwaschen ;)

Alles Liebe,
eure Janine

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Mittwoch, 4. April 2018

Gastwirtschaft Floh: Frühstück in Gängen

Hallo ihr Lieben,

Brunchen. Ich liebe es einfach. Da kann man sich verwöhnen lassen und oft gibt es Leckereien für die Zuhause die Geduld, der Platz, die Ausstattung oder einfach die Motivation nicht ausreicht.

Den Hinweis auf die Gastwirtschaft Floh ein bisschen außerhalb von Wien, im niederösterreichischen Langenlebarn, hab ich bereits vor einer halben Ewigkeit erhalten. Eindeutig ein Grund um das Restaurant zu besuchen und dem Frühstück auf den Teller zu fühlen..


Ambiente (5/5)

Ich hab mir vorab tatsächlich nur die Frühstückskarte durchgelesen ohne einen Blick auf die anderen Speisen oder auf Fotos zu werfen. Von außen lässt die Gastwirtschaft Floh noch nicht viel erahnen. Beim Hereinkommen fielen uns zuerst die zwei Plätze mit offenem Fenster zur Küche hin auf - scheint als könnte man sich diese für ein besonderes Erlebnis buchen :)

Der vordere Restaurantbereich spiegelt meine Vorstellung wieder wie ich mir eine Gastwirtschaft vorstelle. Viel Holz, ein bisschen altbacken, mit Eckregalen, Bildern und vielleicht ein bisschen dunkel. Treffer! Dachte ich.

Denn unser Tisch befand sich im hinteren Teil und dort trifft das gute Alte auf die Moderne. Das Holz ist ein anderes mit einer wundervollen Gestaltung, es gibt Rollos statt karierten Vorhängen und die Bankbezüge zeigen sich im Nadelstreifenanzug. Die Lampen sind keine klassischen Hängenlampen mehr, sondern sehen ein bisschen aus wie überdimensionierte Telefonhörer aus früherer Zeit in Metalloptik. Die hellen Farben in Kombination mit den Braun- und Grautönen trafen genau meinen Geschmack. Es gibt sogar einen kleinen Raum mit ein paar Tischen, einem Oma-Ofen und Dekoration aus Großelterns Zeiten.



Service (5/5)

Normalerweise kennen wir Frühstück ja so, dass einfach (je nach Auswahl) haufenweise Teller und Tassen auf dem Tisch Einzug halten. Bei Floh läuft das ein bisschen anders, denn der Service bringt die Frühstückskomponenten gangweise, quasi wie man es vom Abendessen kennt oder eben wenn man sich durch mehrere Gänge futtert. Ähnlich wie beim Fine Dining wird auch nochmal erläutert was man gerade vor sich hat und viel auf die Herkunft der Produkte hingewiesen - ein absoluter Pluspunkt. Insgesamt waren alle Servicekräfte, die an unserer Tisch kamen sehr herzlich, kompetent und hilfsbereit.


Geschmack (5/5)

Martin entschied sich (ganz überraschend ;)) für das Classic Frühstück. Dieses besteht aus einer Eierspeise aus zwei Bio-Eiern, Saurrahmbutter vom Strasser, Mangalitza-Proscuitto, Schnittkäse aus Bio Milch, hausgemachter Marillenmarmeladen, Floh-Honig, einem Zotter Mini-Schokoriegel, einem Croissant und einem naturtrüben Apfelsaft von Wetters. Zu jeder Kombination gehören außerdem ein Brotkorb mit Handsemmel und Josephbrot.

Der Proscuitto war ganz flott verspeist und nach einem Tupfer in die Marmelade kann ich bestätigen, dass diese wunderbar geschmeckt hat. Über Josephbrot und knusprige Handsemmerl muss man vermutlich nicht mehr allzu viel sagen - mmmmh :) Der Mr. war mit allem sehr zufrieden und hatte diesen verschmitzten Grinser eines 3-Jährigen als er das warme Croissant verspeiste in das er vorher den Schokoriegel mit Nougat verfrachtet hatte.

Meine Entscheidung viel auf das saisonal wechselnde Winzer Frühstück. Damit durfte ich mich über Bergkäse mit eingelegter Traubenmostarda, saisonales Lieblingsgemüse vom Weinviertler Gemüsebauern, Kaviar Ei (pochiertes Bio-Ei mit Eräpfelcreme und Forellenkaviar), Schwarzhaferflocken Porridge mit Zimt und Apfel sowie eine Floh-Praline gefüllt mit Flohsamen und Elsbeere freuen. Die Gastwirtschaft Floh hat nämlich schon auf Superfood gesetzt bevor es in Mode kam ;) Für eine gut befeuchtete Kehle sorgte ein Zweigelt-Traubensaft von Ott. Ich hab mir sagen lassen, dass Ott auch fabelhafte Weine herstellt :)

Der Bergkäse war traumhaft, schön würzig und in Kombination mit den eingelegten Trauben ein Gedicht wie für mich komponiert :) Das saisonale Lieblingsgemüse vom Bauern aus dem Weinviertel stellte sich als Petersilienwurzel und Sellerie heraus. Sellerie. Wer mir schon länger folgt, weiß, dass ich eine Abneigung gegen diese Wurzel hänge. Bringt aber nix' - gekostet wird trotzdem alles und siehe da, es hat mir tatsächlich geschmeckt :) Ich muss daher meine Theorie austesten, ob ich Sellerie nur in rohem Zustand nicht mag, ihn gekocht aber gar nicht mal so übel finde :) Das pochierte Ei mit Kaviar war auch sehr delikat, insgesamt war mir die Zusammenstellung allerdings fast einen Tick zu salzig - das macht aber nun mal auch der Kaviar. Das Porridge mit Zimt und Apfel war richtig gut abgeschmeckt. Eine ideale Harmonie zwischen der Süße und dem sauren Apfel, darüber hinaus ein bisschen wie Weihnachten.

Wer es herzhafter mag kann zum Wirtshaus Frühstück greifen, mit Spiegelei, Schinken, Gulasch und Debreziner. Im Kontrast dazu ist das guten Morgen Frühstück eine sanfte Variante mit Paradeis-Ei, Karotten-Apfelsaft, Fischtartar, Grießbrei und Schafkäse-Joghurt.

Wer mal so richtig auf den Putz hauen möchte, wählt das Chef Frühstück und erhält eine Auswahl aus dem gesamten Repertoire. Mit Zitat "Nachschub bis zum Abwinken" und inklusive Heißgetränke. Martin ist dazu leider nicht so geeicht. Ich werde mir also mal frühstücksstarke Verstärkung mitnehmen :)



Preis (5/5)

Im Hinblick darauf, dass die Komponenten Bio-Qualität haben, am Geschmack nichts auszusetzen war und man Gang für Gang serviert bekommt, können wir an den Preisen nichts aussetzen. Das Classic kommt auf € 24,50 und die Winzer-Variante auf € 28,60. Das Chef Frühstück mit allem drum und dran macht € 38,50 pro Nase aus.


Fazit

Wir waren wirklich begeistert von allem drum und dran. Außerdem ist die Umgebung wirklich schön. Als Verdauungsspaziergang bietet sich etwa die nahegelegene Donaupromenade an.

Alles Liebe,
eure Janine


Infos

Standort

Tullnerstraße 1
3425 Langenlebarn

WWW


Öffnungszeiten

Montag + Freitag: 09 - 14 und 18 - 21 Uhr
Donnerstag: 17 - 22 Uhr
Samstag, Sonntag und Feiertag: 09 -15 und 18 - 21 Uhr

Frühstück
Freitag bis Montag: 09:00 - 11:30 Uhr

Reservierung 

telefonisch: +22 72 628 09
per Mail: floh@derfloh.atBEIM FLOH GIBT ES FREITAGS
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Sonntag, 25. März 2018

Brunch im Le Meridien Wien

Hallo ihr Lieben,

ich weiß, ihr habt hier schon eine Weile nichts mehr von mir gehört. In der Arbeit war wahnsinnig viel los und ich hab erst mal ein bisschen Zeit gebraucht um wieder zur Ruhe zu kommen. Manchmal hab ich einfach nicht so viel Content vorbereitet und bei einer 50 Stunden-Woche hat mir wirklich der Nerv gefehlt um Beiträge zu verfassen.

Umso angenehmer war es in aller Ruhe am Sonntag Zeit mit einer Freundin beim Brunch im Le Méridien und einem anschließenden Spaziergang bei Sonnenschein in der Innenstadt zu verbringen..


Ambiente (5/5)

Erwartungsgemäß lässt sich das luxuriöse Hotel nicht lumpen und trumpft auf. Die Tische glänzen schwarz und sind bereits zum Brunch mit Wein- sowie Wassergläsern eingedeckt. Dies und die bequemen in dunkel-matt gehaltenen Sessel stehen im Kontrast zu den weißen Wänden und den grünen Pflanzen, die von der Decke hängen. Das schwarz spiegelt sich im gitterartigen Raumtrenner wieder, der den Speiseraum vom Buffetbereich trennt. Dieser ist mit allerlei Spielerei wie Gläsern, Kerzen und Kisten dekoriert. Insgesamt hat der Raum eine angenehme Atmosphäre und die Tische stehen weit genug auseinander, sodass man beim Aufstehen nicht fürchten muss mit dem Hinterteil den Nachbartisch abzuräumen. Darüber hinaus sind die Tische groß genug, sodass man mit dem Geschirr nicht Tetris spielen muss.


Service (5/5)

Wir wurden beim Eintreffen freundlich begrüßt und bis zum Einlass mit einem Glas Sekt versorgt. Am Tisch Platz genommen wurde uns das Prozedere erklärt und wir konnten uns in Ruhe umsehen und einen Eindruck über das großzügige Angebot verschaffen. Unsere gebrauchten Teller wurden zumeist unauffällig abgeräumt während wir uns nach neuen Leckereien umsahen. Auch der Wunsch nach einer Tasse mit heißem Wasser für den Tee wurde flott nachgekommen, genauso der Frage nach der Rechnung.



Geschmack (4,5/5)

Wo soll ich bei so viel gutem Essen denn anfangen? Vielleicht mal damit was es denn so zur Auswahl gab. Da waren Garnelenbällchen, Lachs, frischer Fisch, jede Menge Wurst und Schinken sowie Käse. Außerdem gab es Rohkost und unterschiedliche Delikatessen in kleinen Portionen. Die Auswahl an Gebäck war ausreichend. Neben süßem Jourgebäck gab es einen wahnsinnig schokoladigen Oreo-Schokokuchen, Cheesecake und Cremes. Das warme Buffet bot Suppe, Coq au Vin, Eierspeise, Lachs und Beilagen.

Geschmacklich war das gesamte Essen einwandfrei. Sogar der Lachs war für ein Gericht vom Buffet, das zumeist länger warmgehalten wird, super-saftig und zart. Der Lachs und der Fisch waren wie frisch gefangen und alle warmen Gerichte toll abgeschmeckt. Ich hätte mir vielleicht etwas mehr frisches Obst, Müsli und Joghurt gewünscht, aber so war mehr Platz für die grandiose Käseplatte, die keine Wünsche offen ließ.

Einziges Manko war die Kaffeemaschine. An der Selbstbedienung hab ich mich nicht gestört, auch wenn sie etwas störrisch war. Allerdings gab sie für meinen Cafe Latte zuerst Wasser frei, das aussah wie das Spülwasser, wenn man die Maschine am Morgen einschaltet. Auf Nachfrage wurde mir gesagt, dass dies so sein soll. Der Geschmack widersprach der Aussage jedoch, ich hab ihn daher stehengelassen und mich lieber der Teeauswahl gewidmet. Sehr fein waren im Gegensatz dazu die Fruchtsäfte wie der frisch gepresste Orangensaft.


Preis (4/5)

Der Sonntagsbrunch im Le Méridien kommt auf € 41,00 pro Nase inklusive Sekt, Fruchtsäften und Kaffee. Wir haben über Delinski gebucht und daher rund € 10,00 pro Person eingespart. Insgesamt sprechen der Flair und die Qualität der Speisen absolut für sich, der Preis ist dennoch etwas happig. Wenn man sich etwas gönnen möchte, etwa zum Geburtstag oder einem anderen Einlass, kann man das schon mal machen :)

Fazit

Wie ich es schon habe anklingen lassen, befindet sich der Preis schon in der höheren Liga. Für einen Anlass kann man das gut und gerne ausgeben. Auf diesen oder einen Delinski-Deal würde ich wohl warten :)

Alles Liebe,
eure Janine


Infos

Standort

Robert-Stolz-Platz 1
1010 Wien

WWW

www.lemeridienvienna.com/restaurants-und-bars

Öffnungszeiten

Sonntag: 12 - 15 Uhr

Reservierung 

telefonisch


Öffentliche Erreichbarkeit

U1/U2/U4 Karlsplatz
1/2/62/71/D Kärtner Ring-Oper
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Donnerstag, 22. Februar 2018

Vollpension: Frühstück wie bei den Großeltern

Hallo ihr Lieben,

wenn Freunde zu mir sagen, dass es mal wieder Zeit wird um Frühstücken zu gehen, huscht mir gleich mal ein schelmisches Grinsen übers Gesicht und ich zücke meistens meine Liste. Seltsam eigentlich, da wir eigentlich schon einige gute Frühstückslokale kennen. Allerdings suchen wir gerne neue Ideen oder Restaurants, denn kann man ausreichend Möglichkeiten zum Brunchen kennen? Außerdem benötigt der Blog ja Futter ;)

Die Vollpension hat einen spannenden und zuckersüßen Hintergedanken: Jung und Alt zusammenbringen. Wer mag Essen von der Oma denn nicht? So bereiten Omis und Opis in der Vollpension täglich frische Mehlspeise zu. Zum dort Essen oder zum Mitnehmen.


Ambiente (5/5)

Es ist kitschig. Es ist wie bei den Großeltern daheim. Die weiße Ziegelwand mit vielen, unterschiedlichen Fotos ist ein zuckersüßer Blickfang und lädt immer wieder ein um den Blick schweifen zu lassen und zu schmunzeln, wenn man eine bekannte Frisur aus früheren Zeiten entdeckt ;) Auch die Möbel sehen aus wie von den Großeltern gemopst oder vererbt. Zu den WC-Anlagen gelangt man durch so einen rasselnden Fadenvorhang. Zum Glück sind die Fliesen aber nicht grün oder braun gesprenkelt :D 

Der einzige kleine Wermutstropfen war, dass der Tisch für sechs Personen gar klein geworden wäre und man auf der Couch beim Essen etwas "zusammengestaucht" sitzt - wie beim Couchtisch eben.


Service (5/5)

Während unseres Besuchs gab es durchgängig Service, obwohl auf einem kleinen Tischkärtchen etwas anderes zu lesen - da blicken wir noch nicht ganz durch. Nichtsdestotrotz war sowohl Jung als auch Alt trotz des ganzen Trubels sehr freundlich, geduldig und aufmerksam. Es wird darauf geachtet, dass nicht mehr benötigtes Geschirr flott mitgenommen wird, sodass man mehr Platz hat.

Es kam zwar nicht so oft jemand vorbei um zu fragen, ob wir noch etwas benötigen, aber ein kurzes Winken oder Bescheid geben, hat meistens ausgereicht um baldigst die nächste Bestellung aufzugeben. Der junge Mann blieb sogar freundlich, obwohl er zig Leuten erklären musste, dass sie ausreserviert sind (Zu acht einfach mal spontan frühstücken gehen, ist eben auch mutig). Ich persönlich fände das ja sehr mühsam..

Auch die Omi, die zwischendurch mal eine Runde ging und vielleicht aushalft, versprühte großmütterlichen Charme.


Geschmack (5/5)

Erwartungsgemäß gibt es bei den Großeltern bodenständiges Frühstück, gespickt mit modernen Elementen und unter Rücksichtnahme auf die Trends in der kulinarischen Welt.

Die Herren in der Runde entschieden sich bei für "Opa Pikant". Darin enthalten sind eine Semmel, eine Scheibe Schwarzbrot von Joseph Brot, Butter, Paprika-Tomatenbutter, Löffelkäse, Beinschinken und Bio Salami vom Mangalitzerschweindi (Thum), Bergkäse, Kren, Essiggurkerl, Tomaten, Gurken und ein weiches Ei vom Freiland-Pipi. Sie waren beide zufrieden und anschließend angenehm satt.

Ich entschied mich diesmal gegen Fleisch und orderte die "Xunde Tant'", also zwei Scheiben Joseph-Schwarzbrot, Löffelkäse, Karotten- und Roterübe-Apfelkren-Aufstrich, geröstete Sonnenblumenkerne, Gouda, Brie, Ofen-Kräuter-Gemüse, Gurke, Bio-Ei und Weintrauben. Wie ich, bestellten die Jungs noch Gebäck nach. Irgendwie war das etwas viel Aufstrich für zwei Scheiben Brot und noch zusätzlichen Belag :) Die Aufstriche in der Vollpension sind wunderbar abgeschmeckt und man erkennt jede Komponente. Über das phänomenale Josephbrot muss man ja gar kein Wort mehr verlieren, oder? Einzig das Ofen-Kräuter-Gemüse hätte ich mir warm vorgestellt, so war es quasi wie Antipasti. Dennoch insgesamt ein gelungenes Frühstück.

Meine weibliche Verstärkung hat sich für die Fastenzeit eine Vegan-Challenge auferlegt und bestellte das "Kerndlfresser". Sie erhielt somit ebenfalls zwei Scheiben vom Joseph-Schwarzbrot, Ofen-Kräutergemüse, Karottenaufstrich, Tomaten und Gurken sowie geröstete Sonnenblumenkerne und einen Obstsalat. Geschmeckt hat das viele Gemüse jedenfalls :)

Wer keine der Kombinationen mag, kann sich die Komponenten auch selbst zusammenstellen oder man teilt sich ein Erbschleicher-Frühstück mit allem drum und dran. Ebenso gibt es Weißwürstel, natürlich Mehlspeise frisch aus der Vitrine zu wählen oder Jausen-Variationen.

Preis (5/5)

Die Preise sind zwar nicht wie zu den jungen Zeiten von Oma und Opa, aber durchwegs anständig. Das Opa Pikant sowie die Xunde Tant' schlagen mit jeweils € 8,90 und das Kerndlfresser mit € 7,90 zu Buche. Vollkommen in Ordnung wie wir finden :)


Fazit

Das Ambiente ist grandios, ohne Frage. Die Idee dahinter und die Mehlspeise eine Wucht. Dennoch muss ich sagen, dass mich die Frühstücksauswahl trotz aller Liebe zum Detail wie den Namen, nicht vom Hocker gerissen hat.

Welches Essen verbindet ihr mit euren Großeltern?

Alles Liebe,
eure Janine


Infos

Standort

Schleifmühlgasse 16
1040 Wien

WWW

www.vollpension.wien

Öffnungszeiten

Dienstag bis Samstag: 09 - 22 Uhr
Sonntag: 09 - 20 Uhr

Reservierung 

online hier


Öffentliche Erreichbarkeit

U1 Taubstummengasse
U2/U4 Karlsplatz
U4 Kettenbrückengasse
1/2/Badner Bahn Paulanergasse
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Mittwoch, 14. Februar 2018

El Gaucho im Design Tower

Hallo ihr Lieben,

das Steak. Ich kann mich noch gut erinnern als ich vor zig Jahren mit meinen Eltern das erste Mal richtig Steak essen waren und wir uns schon über "medium" nicht hinwegtrauten. Mittlerweile kann ich es mir gar nicht mehr vorstellen ein guten Stück Fleisch "medium well" zu bestellen. Alle dürfen ihr Steak so genießen wie sie möchten, ohne frage, wir mögen's jedenfalls nicht durch und Besuche in guten Steakrestaurants gelten als Highlights.

In Wien tummeln sich ja immer mehr davon, das El Gaucho hält sich allerdings schon recht lange auf meiner Liste. So wurde jenem im Design Tower in Wien vor Weihnachten ein Besuch abgestattet..


Ambiente (3/5)

Nachdem wir den unauffälligen Eingang endlich gefunden hatten (wenn man vorm Gebäude steht rechts, einfach weitergehen), betraten wir ein verglastes Restaurant. Die Bar führt einen weiter ins Restaurant zur Garderobe. Der hohe Raum wirkt insgesamt etwas wie im Rohbau so wie es heutzutage modern ist. 

Die Wand an der wir Platz nahmen, war mit Metall vertäfelt und sah dadurch sehr steril aus, ein bisschen nach Krankenhaus oder eben nach einer Arbeitsplatte in der Küche. Da halfen für mich auch die weihnachtlichen Dekoelemente oder Pflänzchen nicht darüber hinweg. Die Holztische und grauen Samtsessel waren allerdings sehr schick und gemütlich.

Sitzt man quasi "draußen", kann man sich leicht etwas verloren und wie in der Aula eines Einkaufszentrums fühlen. Ich mag das dann doch lieber kompakt. 


Service (5/5)

Angefangen mit der Begrüßung bis hin zur Dame an der Garderobe, die sich sogar unsere jeweiligen Jacken gemerkt hat, waren alle sehr freundlich und zuvorkommen. Unser Kellner hatte Schmäh parat, war geduldig und unaufdringlich während wir mit der Auswahl beschäftigt waren.

Ebenso waren alle für Fragen und Ratschläge offen. Lobend darf auch angemerkt werden, dass wir nie auf dem Trockenen saßen. Wir fühlten uns also rundum gut betreut - so wie man sich das wünscht :)


Geschmack (5/5)

Hungrig wie wir ankamen, haben wir das Gedeck flott verspeist. Und dabei hab ich mich unglaublich in das Gewürzsalz des El Gauchos verliebt :) Gesalzene Butter, you know what I mean, right? :)

Als Vorspeise kam, wie könnte es anders sein, ein klassisches Tartar mit Butter, Zwiebeln und Kapern auf den Tisch. Es war wirklich eines der besten Tartars, obwohl mir das Ei immer ein bisschen fehlen wird. Mein Gegenüber entschied sich für die Jakobsmuscheln und fand ebenso nur lobende Worte.

Zum Hauptgang gab es Steak für alle. Im El Gaucho ist das Fleisch vom Black Angus Rind und kann wahlweise auch als Dry Aged bestellt werden. Das Filet Steak ist wirklich, wirklich gut, aber auch die anderen Stücke sind delikat. Nach Lust und Laune kann das Fleisch mit den unterschiedlichsten Beilagen ergänzt werden. So gibt es Kohlsprossen, Kürbis süß-sauer, Wokgemüse, Linsen Dal, Brokkoli, diverses Gemüse, Ofenerdäpfel, Pommes oder Gnocchi in Trüffelsauce zur Wahl. Der Ofenerdäpfel ist schmackhaft wie man ihn eben kennt. Das Wokgemüse war zwar schön knackig, mir aber zu sojasaucen-lastig wodurch es für meinen Geschmack einfach nicht so gut zum Steak passte. Begeisterung lösten bei mir hingegen die Gnocchi in Trüffelsauce aus. Zugegeben, hab ich auch einen kleinen Faible für Trüffel entdeckt. Zusätzlich kann man auf Pfeffersauce, die El Gaucho Chimichurri, Kräterbutter, BBQ Sauce oder Sauce Bernaise setzen. Aber ich sag's euch, ich setz da lieber auf das Salz :)

Wenn sich im Bauch noch etwas Platz findet, schreit das nach einer Nachspeise. So orderten wir als Dessert die Creme Brûlée aus Tonkabohnen mit eingelegten und geeisten Feigen sowie World's Best Chocolate. Die Crème war fabelhaft und das Feigeneis eine eisig-fruchtige Abwechslung dazu. Die weltbeste Schokolade bestand aus unterschiedlichen Komponenten wie Eis, Mousse und Pralinen. Schokolade macht glücklich, so auch dieses Dessert.


Preis (5/5)

Das Gedeck und die Verrechnung auch bei einer Nicht-Konsumation werden ja des Öfteren bekritelt, aber wie sage ich immer: Man weiß ja wo man hingeht und das es Geld kostet. Verrechnet werden dafür € 3,90 pro Person was dafür im üblichen Rahmen liegt.

Für das Beef Tartar werden € 15,00 und für die Jakobsmuscheln € 17,00 berechnet. Für die Qualität und den Geschmack kann man hier nicht meckern. Das 250 Gramm Filet Steak macht € 29,00 und die Beilagen kosten zwischen € 3 und € 5. Pro Sauce kommen € 2,00 auf die Rechnungen.

Alles in allem kommt man für ein Filetsteak im El Gaucho samt Beilage und Sauce also auf etwa € 36,00 und liegt damit gut im Schnitt für bessere Steakrestaurant. Summiert sich natürlich, aber man gönnt sich das ja auch nicht jeden Tag :)

Wiederkommen?

Wir haben eigentlich unseren Steakrestaurant-Favoriten, was vermutlich auch an der Nähe liegt. Das El Gaucho hat allerdings überzeugende kulinarische Argumente. Womöglich wird es nicht jenes im Design Tower, aber da gibt es ja auch noch eines in der Landstraße und in Baden, womöglich gefällt uns das Flair dort etwas besser :)

Alles Liebe,
eure Janine

Infos

Standort

Praterstraße 1
1020 Wien

WWW

www.elgaucho.at

Öffnungszeiten

Montag - Samstag: 11:30 - 23:00 Uhr

Reservierung 

online hier


Öffentliche Erreichbarkeit

U1/U4 Schwedenplatz
1, 2 Schwedenplatz
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Dienstag, 6. Februar 2018

Cafe Telegraph - Frühstück

Hallo ihr Lieben,

Sonntage eignen sich ideal zum Frühstücken. Am liebsten mit Menschen, die man gerne um sich hat, liebt und bei denen man so sein kann wie man eben ist. Grunzen beim Lachen, haglich sein beim Essen, plaudern über alte und neue Zeiten. Ich finde in den 20ern tut sich so viel im Leben. Manchmal neue Lieben, neue Arbeit, neues Zuhause, Hochzeiten, Kinder..

So einen Vormittag habe ich mit zwei meiner liebsten Menschen im Cafe Telegraph verbracht. Ob sich das frühe Aufstehen für den um 9 Uhr reservierten Tisch gelohnt hat?


Ambiente (4/5)

Das Cafe Telegraph ist so ein typisches hippes Altbau-Lokal. Etwas kleiner, mit Ecken und Kanten sowie hohen Decken. Diese Ecken und Kanten haben Charme und die Fensterplätze laden zu einem gemütlichen Kaffeeklatsch oder Frühstück ein. An der großen Theke vorbei, gelangt man über den gekachelten Fußboden in den Sitzbereich. An der hinteren Wand steht ein wuchtiges Regal, an der anderen sind "Skizzen" an den Wänden angebracht und eine ist mit Fenstern gesäumt. Insgesamt ein stimmiges Ambiente, für mich dürfte es lediglich etwas mehr Farbe sein. Wie es bei Altbauten des Öfteren der Fall ist, schaukelt sich auch hier die Lautstärke auf je mehr Gäste reden statt essen ;)


Service (5/5)

Wir wurden beim Hereinkommen freundlich begrüßt und an unseren Tisch gebracht. Kurz nachdem wir uns gesetzt hatten, wurden erst mal die Getränke aufgenommen und serviert. Das Studieren der recht umfangreichen und vielseitigen Karte nimmt etwas Zeit in Anspruch :) Das Essen wurde flott serviert und die nette Servicedame kam immer wieder vorbei um sich zu erkundigen, ob alles in Ordnung ist oder wir noch etwas benötigen. Regelmäßig, aber nicht aufdringlich - also eine gute Mischung. Obwohl sich das Lokal während unseres Besuchs füllte, hatten wir nicht das Gefühl, dass Hektik aufkommt. Auch die zweite Runde wurde wohlwollend aufgenommen und auch als wir nach dem Zahlen (das auch schnell erledigt wurde) noch kurz vor leeren Heferl saßen um die letzten Sätze zu sprechen, störte sich niemand daran.



Geschmack (5/5)

Im Cafe Telegraph kann man eine kulinarische Reise um die Welt machen. Angefangen bei einem Wiener Original zu einem "Very British" (Speck, Bratwurst, Baked Beans, Spiegelei, Tomate, Portobellopilz, Vollkorntoast, Kartoffelpuffer) über den Libanon (frisches Gemüse, Baba Ghanoush, Pitabrot, Oliven, Joghurt), weiter in den Orient zu Shakshuka (Pochierte Eier in Tomatensauce, Chili, Feta, Zwiebel und Koriander in der Pfanne, Pitabrot, Joghurt) und weiter zu spanischen Gefilden zu Huevos Rancheros (Spiegeleier auf Maistortilla mit Bohnen, Avocado, Tomaten-Chili-Sauce und Sauerrahm in der Pfanne). Die Süßen Varianten entführen uns mit Syrniki in die Ukraine (kleiner Topfenpfannkuchen mit Rahm und Marmelade) oder mit Pancakes in den wilden Westen. 

Ebenso sind auf der Karte diverse Variationen vom Omletts, Paninis und -wartet, wartet... - eine eigene Avocado-Karte zu finden! Für Liebhabende ein Traum. Es gibt Avocadotartar, Avocado mit Lachs, Smoothie und Empanadas mit Avocado. 

Da ich meinen Avocado-Wortanzahl (einmal geht's noch) ausgeschöpft habe, kommen wir nun zum Geschmack. Martin orderte ein Panini mit Roast Beef und die Portion war ausreichend um schon angenehm satt zu werden. Ich konnte geschmacklich daran gar nicht aussetzen, für ihn war ein bisschen zu viel Senf drin. Unter den Damen herrschte Einigkeit, denn wir wählten beide eine Reise zu den Briten. Baked Beans mögen ja wirklich einige nicht, aber ich find' sie großartig, weshalb mir das kleine Schälchen als Portion einen  Tick zu klein ausgefallen ist. Das Würstchen war von der Komposition nicht so mein Fall, aber das soll kein Drama sein. Insgesamt war es ein gelungenes und gut sättigendes Frühstück, das ich so wieder bestellen würde.

Da wir noch ein bisschen Platz hatten und auch der süße Zahn bedient werden möchte, entschieden wir uns für Syrniki, die Topfenpfannkuchen. Traumhaft kann ich nur sagen! Die Marillenmarmelade war etwas säuerlich und der ideale Kontrast zu den fluffigen Küchlein. Bevor ich die Tastatur ansabbere, kommen wir zum nächsten Punkt..



Preis (5/5)

Die Frühstückskombinationen kosten zwischen € 7,20 und € 10,80. Wobei das britische Frühstück mit € 10,80 verbucht wird und die Syrniki mit € 7,20 die Untergrenze bilden. Für das Panini mit Roast Beef werden € 8,40 verrechnen. 

Man wird satt, es schmeckt und die Qualität als auch der Service stimmen. Am Preis gibt es daher nichts auszusetzen.

Wiederkommen?

Falls es mit der Weltreise mal nichts wird, dann mache ich sie auf jeden Fall im Cafe Telegraph. Ich komme allerdings auch wieder, falls wir die Welt erkunden, denn es gibt noch so viel auf der Karte, das ich gerne probieren muss. Diese Mischung aus der ganzen Welt ist einfach etwas besonderes und wortwörtlich ganz nach meinem Geschmack.

Alles Liebe,
eure Janine


Infos

Standort

Garnisongasse 7
1090 Wien

WWW

http://www.cafetelegraph.at

Öffnungszeiten

täglich 09 - 17 Uhr

Reservierung 

telefonisch +43 664 144 55 81  


Öffentliche Erreichbarkeit

43/44 Landesgerichtsstraße
U2 Schottentor oder Rathaus



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Montag, 29. Januar 2018

Naked Kitchen - Nackte in der Küche!?

Hallo meine Lieben,

das Konzept der Naked Kitchen fasziniert mich schon lange, geriet aber immer wieder in Vergessenheit oder ich habe erst nach dem Pop-up davon erfahren. Umso erfreuter war ich als ich es diesmal rechtzeitig überrissen habe und es einen Termin vor Weihnachten gab. Da Martin und ich uns ja nicht wirklich etwas schenken oder besser gesagt uns lieber ein Erlebnis leisten, die ideale Möglichkeit.

Bei der Naked Kitchen weiß man beim Ticketkauf noch nicht wo die nächste Veranstaltung stattfinden wird. Den Ort schon, aber die genaue Location eben nicht. Welcher ausgefallene Ort ausgewählt wurde, erfährt man erst etwa drei Tage vorher..


Ambiente (3,5/5)

In unserem Fall wurde die Traktorfabrik in Floridsdorf ausgewählt. Mir ist die Location bereits ein Begriff gewesen, aber das ist vermutlich eine Berufskrankheit. Da die Anreise mit den Öffis eine Stunde in Anspruch genommen hätte, haben wir uns für's Taxi entschieden und selbst da war der Weg noch ein breiter, denn sie liegt eher ab vom Schuss. 

Nach einer freundlichen Begrüßung wurden wir mit dem Lastenlift, der das Flair schon erahnen ließ, in eines der oberen Stockwerke gebracht wo wir mit einem Aperitif eingestimmt wurden. Es wurde viel mit Molton gearbeitet um den Manipulationsbereich zu verstecken und den Durchzug in Schach zu halten. Nach dem Durchschreiten des Vorhangs konnten wir den ersten Blick auf den tatsächlichen Speisebereich werfen. Die Halle war erwartungsgemäß "roh", machte aber mit den modern gehaltenen Möbel und dem Lichtkonzept einen eleganten und besonderen Eindruck.

Auch wenn mir bewusst ist, dass es sich um eine Fabrikhalle handelt, hätte man die Spinnweben zumindest an jenen Orten an denen man zwangsläufig vorbeikommt entfernen können. Zudem konnte man im Laufe des Abends Leute beim Auf- und Abgehen vor dem Heizlüfter beobachten, denn so richtig warm werden wollte es einfach nicht und am stillen Örtchen hatte es einen ganz schönen Zapfen. 

Für Stimmung sorge ein fantastischer Live-Sänger, der während des Essens auch seine Runden drehte und nicht nur auf der Bühne verharrte. Sehr angenehm war auch, dass es sich um eine musikalische und passende Untermalung handelte und man sich während des Gesangs nicht anbrüllen müsste. 


Service (3/5)

Unsere junge Servicedame war sehr nett und hat sich zu Beginn des Abends namentlich vorgestellt. Talentiert wie ich darin bin, hab ich den Namen dennoch vergessen. Sie war sehr freundlich und mit einem Lächeln auf den Lippen unterwegs. Auch beim weiteren Personal konnten wir an der Freundlichkeit kein Manko finden. Dass man hie und da gefühlt länger auf den nächsten Gang warten musste, kann man nicht ausschließlich dem Service ankreiden.

Allerdings fiel während des Abends auf, dass der ein oder die andere noch nicht so viel Erfahrung im Service hatte und etwas unbeholfen wirkte. Ein kleiner Kritikpunkt ist das Servieren des bestellten Weins mit "der Weißwein?". Man kann sich an der Bar allemal die Info erfragen welchen Wein man an den Tisch bringt. Wer mit einem Erlebnis auf Haubenniveau wirbt, muss das dann eben auch bringen. Weitaus mehr irritiert hat mich allerdings die Präsentation der Speisen, denn wie in chiceren Restaurants üblich, finden sich auf der Karte nur die Zutaten, aber keine Informationen was daraus schlussendlich gezaubert wird. Erwähnt wurde es kurz bei der Begrüßung, aber das merkt man sich nicht so schnell oder so lang. Die Aufklärung bzw. die Wiederholung fand auch nicht beim Servieren der Gänge statt, das fand ich besonders schade.


Geschmack (2,5/5)

Als Gedeck wurde Gebäck, reduziertes Obers, Schnittlauch und Camelinaöl eingestellt. Beim Gebäck handelte es sich einerseits um klassisches Weißbrot und andererseits um dunkles Baguette mit Körnchen. Gut, aber nicht außergewöhnlich.

Bei den Komponenten Wagyu Beef, Dotter und Cavier lag die Vermutung nahe, dass es sich um Beef Tartare handelt und die Vorfreude war riesig. Für mich hat das Teigschälchen im Mund den Geschmack der anderen Zutaten allerdings übertüncht. 

Foie Gras, Aal, Rote Rübe und Litschi kündigten den nächsten Gang an. Ich habe Foie Gras zuvor noch nie probiert und würde von mir aus auch keine Stopfleber ordern. Die Litschi brachte zwar eine interessante säuerliche Komponente mit ein, aber insgesamt hinterließ der Gang einen fettigen Nachgeschmack.

Die bayrische Garnele wurde in einem Sud mit Hühnerhaut, Sesam und Paradeiser serviert. Die Konsistenz des Meeresbewohners war einwandfrei, der Sud war mir persönlich zu sauer abgeschmeckt.

Der Kingfish ging im nächsten Gang eine Liaison mit  Mango, Jalapeno und Dashi ein. Während mir der Fisch einen kleinen Tick zu trocken war und ich keine Schärfe bemerkte, begeisterte uns beide der Sud, der fleißig aufgelöffelt wurde.

Als vorletzter Gang kam die Bergsau³ auf den Tisch. Wenn ich mich nicht täusche und halbwegs recht erinnere, gab es Schweinebauch, Filet und eine Art Schweinsbraten. Hier hab ich nichts zu meckern, das Fleisch war wunderbar zart und saftig. Das will bei einer Person, die sonst nicht so gerne Schwein isst, schon etwas heißen.

Am meisten überrascht und überzeugt hat mich der Nachtisch und das obwohl Koriander dabei war und ich Zitrusfrüchte im Dessert eher vermeide. Genau genommen wurden als Zutaten Yuzu Pound Cake, Miso und Koriander genannt. Dieser Gang war ein großartiges Zusammenspiel aus süß und sauer sowie fest und weich. Darüber hinaus hat er noch etwas gesättigt, dieses Gefühl blieb bis dahin eher aus.


Preis (2,5/5)

Ein Ticket schlägt mit € 95,00 zu Buche, Softdrinks, Kaffee und Wasser sind inkludiert. Die Getränkepreise vor Ort sind wie man sie aus besseren Restaurants kennt. Da kostet ein Bier schon mal € 5,00 und ein Glas Wein € 6,00 - 7,00. Vor Ort gibt es die Möglichkeit zusätzlich eine Wein- oder Bierbegleitung zuzubuchen, um etwa € 20,00. 


Wiederkommen?

Wir sind uns einig, dass wir uns nicht nochmal Tickets kaufen würden. Ich bin im Nachhinein draufgekommen, dass die Naked Kitchen schon einmal in der Traktorfabrik stattfand und das bricht meinem Verständnis nach mit dem Konzept. Zudem konnten mich Location, Service und das Preis-Leistungs-Verhältnis nicht überzeugen.

Alles Liebe,
eure Janine


Infos

Standort

immer anders:)

WWW

www.naked.kitchen

Tickets

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