Sonntag, 29. Oktober 2017

5 Jahre Stein & Semmel: Wieso wir rocken

Hallo ihr Lieben,

ich hoffe ihr hattet ein schönes (verlängertes) Wochenende und ja, ich bringe unsere Geschichte nun endlich zu Ende. Natürlich nur am Bildschirm, nicht in der Realität. Da hoff' ich eher, dass wir zusammen alt und von mir aus sogar schrumpelig werden. Wer es verpasst hat, es gibt bereits einen Beitrag dazu wie alles begann und wie es in Wien weiterging

Ich möchte hier keinen Beziehungsratgeber schreiben, noch glaube ich, dass meine Gedanken ein Patentrezept zu einer glücklichen Beziehung sind. Aber ich denke, es gibt (kleine) Dinge, die eine Beziehung am Laufen halten.


Gleich und gleich gesellt sich gern VS Gegensätze ziehen einander an

Ich glaube das Gleichgewicht macht es aus. Martin und ich haben wohl so viele Dinge gemeinsam wie Dinge, die uns unterscheiden. Wir hören zum Teil ähnliche Musik, aber bei manchen Liedern und Bands unterscheiden wir uns gewaltig. Es ist aber ausreichend um gemeinsam am Nova Rock zu feiern und sich ein durchnässtes Zelt zu teilen. Wir lieben Filme und Serien, aber meine 18. Jahrhundert-Romanzen sind für ihn ein Unding während ich mit Thrillern nicht klar komme - das geht für mich nervlich einfach nicht. Wir lesen beide sehr gerne und haben einen Faible für die Fotografie. Ich glaube ihr versteht langsam was ich meine, oder?

Der aber wohl größte Unterschied bei uns liegt definitiv im Zeigen von Emotionen. Während man mir die Gefühle an der Nasenspitze ansieht und ich früher oder später sowieso damit herausplatze, behält Martin diese eher für sich. Das heißt aber nicht, dass er keine hat und das zu akzeptieren hat mich wirklich viel Zeit gekostet. Apropo herausplatzen..


Reden ist Silber, Schweigen ist Gold - so ein Blödsinn!

Mir gefällt Silber ohnehin viel besser ;) Manche meinen eine Beziehung lebt auch davon, dass man sich nicht alles sagen muss. Ja, jeden Pups oder jede Kleinigkeit, die mich mal nervt, muss ich nicht erwähnen. Geheimnisse sind meiner Meinung nach nicht notwendig, außer es geht um eine Überraschung für den anderen. Wenn mich aber mal etwas aufregt, dann muss ich das auch loswerden. Wie vorhin schon erläutert, merkt man es mir früher oder später sowieso an, wenn mich etwas bedrückt. Ich bin aber bemüht diese "kritischen" Gespräche auf einer vernünftigen Basis zu führen und meinen Standpunkt zu erklären. Wir sind schon alt genug, dass wir ruhig miteinander reden und Dinge ausdiskutieren können.

Streiten ist übrigens auch so eine Sache, die manchmal erst gelernt werden muss. Es hat zwei Jahre gedauert bis ich verstanden habe warum wir uns beim Streiten manchmal im Kreis drehen. Aber das zu beschreiben ginge jetzt zu weit. Hie und da streiten wir auch und nach einer Weile beschließt einer, dass es das doch nicht wert ist, man gibt sich einen Kuss und das Leben geht weiter. Also nein, man muss nicht alles sagen, aber nur, weil man sich blind versteht.


Gemeinsame Erlebnisse

Ich glaube diesen Punkt hab' ich auch abseits dieses Posts schon hundertmal erwähnt. Wir schenken uns ja zu Weihnachten und auch zu einigen Geburtstagen nichts. Also im Grunde schon, aber nichts Materielles. Wie ein Erlebnissanbieter es gut auf den Punkt bringt: Das Beste, was man schenken kann, ist Zeit. Gemeinsame Zeit und gemeinsame Erlebnisse. So gehen wir viel lieber (schick) Essen oder gönnen uns mal teurere Karten für eine Veranstaltung. Konzertbesuche stehen bei uns besonders hoch im Kurs. Abgesehen davon verreisen wir auch sehr gerne. Ich glaube besonders die USA-Reise hat uns enger zusammengeschweißt, denn über kaum eine andere Reise sprechen wir immer noch so viel. Ein fremdes Land und eine neue Umgebung sind eine Herausforderung, die man beim Verreisen gut gemeinsam meistern kann. 

Durch Martins Stelle in der Gastronomie mussten wir bisher viel in kurzer Zeit unter einen Hut bringen und quasi eine Liste führen welche Freunde und Familienmitglieder wir die längste Zeit nicht mehr gesehen haben und wer demnach als nächstes dran ist. Natürlich sollte man dann auch die Zweisamkeit noch irgendwo unterbringen. Es kam schon mal vor, dass wir uns nur zwei Tage in der Woche gesehen haben. Das ist schwierig, da wir beide sehr unternehmungsfreudig sind und gerne mal in die Natur hinauswandern. Das ändert sich durch eine berufliche Umstellung vermutlich bald und ich freue mich auf zahlreiche neue gemeinsame Erfahrungen und Abenteuer. Dann benötigen wir nämlich definitiv eine neue Korkwand. Zur Erklärung: In unserer Ecke hängen bereits zwei überdimensionierte Korkwände an denen fast alle unsere Erlebnisse festgehalten werden. Eintrittskarten, Kinotickets, Fotos, Flyer, Sticker, Stadtpläne und, und, und.. Es macht sehr viel Spaß gemeinsam beim Frühstück zu sitzen und gemeinsam in Erinnerungen zu schwelgen, denn diese verbinden.

Zugegeben macht es mir nach einer so langen Zeit doch etwas Sorgen, dass wir uns in nächster Zeit so viel zu Gesicht bekommen werden, aber ich bin mir sicher, dass wir auch das schaffen. Wir haben bisher für jede noch so unterschiedliche Zeit und Phase eine Lösung gefunden. Zudem hab ich ja schon beschrieben, dass wir trotz der unterschiedlichen Arbeitszeiten viel miteinander sprechen..




Sich gegenseitig herausfordern und aneinander glauben

So sicher wie ich mir bin, dass Mr. Wien futtert seinen neuen beruflichen Weg meistern wird, so sehr stärkt er mich im Hinblick auf mein Studium und meine Zukunft. Obwohl er mich nicht sonderlich gerne für meine Uni-Prüfungen abgefragt hat, hat er mir immer ausgeredet alles ainzuschmeißen, wenn mir Studium und Arbeit mal über den Kopf gewachsen sind. Immerhin begleitet er mich seit dem Beginn meiner Studienzeit und damals hab ich oft die Nerven weggeschmissen, weil ich einfach noch keinen Durchblick hatte. Mittlerweile befinde ich mich im Endspurt meines Magisterstudiums und er ist immer noch an meiner Seite und schickt mich ins Zimmer lernen, damit ich danach ausgelasteter und vor allem entspannter auf die Couch kuscheln komme. Martin kennt mich, viel besser als es mir manchmal lieb ist, glaube ich. 

Martin bringt für mich und meine manchmal unerklärlichen Launen irrsinnig viel Verständnis auf. Na gut, manchmal fragt er mich auch einfach, ob ich gefüttert werden sollte. Hangry und so - das kann ich wirklich gut. Zeitweise darf man sich auch einfach nicht zu ernst nehmen, oder? :) Oder ich werde einfach mal in den Arm genommen. Das ist eine unglaubliche beruhigende Wirkung für mich, wie Kuscheln - danach bin ich absolut süchtig und Frau bekommt ihren Willen auch. Wenn ich unsere Beziehung mit einem Wort beschreiben müsste? Liebevoll.


Die kleinen Gesten..

Das Liebevolle bemerke ich an unserem Umgang miteinander. Ich schmunzle immer noch beim Händchen halten, liebe es in den Arm genommen zu werden und einen Kuss auf die Stirn zu bekommen. Der Kuss auf die Stirn ist für mich eine sehr intime Geste.

Und ja, ein bisschen materiell ist es auch manchmal, obwohl natürlich mehr der Gedanke dahinter zählt. Blumen gibt's für mich eher selten, aber wenn, dann meine Allerliebsten. Von solchen Klassikern rede ich aber gar nicht. Für mich ist es viel wert, wenn ich per Whatsapp jammere, dass ich grade Lust auf Eis habe und Martin vorm Heimkommen eine Station weiterfährt um mit einem Grinser und einer Eisbox Nachhause zu kommen. Für ihn stelle ich mich am Abend sogar gerne nochmal an den Herd, damit er zu seinem Feierabend (also sehr spät abends bzw. in der Nacht) nicht nur Schrott isst. Hie und da schreiben wir uns auch Briefe. Das passiert öfter nach schwierigen Phasen um sich zu bedanken. Einen habe ich mal erst Monate später gefunden, weil er in einem Unibuch versteckt war, dass ich länger nicht mehr in der Hand hatte als gedacht. Das hat der Wirkung jedoch keinen Abbruch getan, den es war trotz oder gerade wegen der Verzögerung Pipi in den Augen angesagt. Das hier ist wohl die modernere Variante eines Liebesbriefs, oder? :)


Was hat es jetzt mit Stein & Semmel auf sich!?

Ich hoffe die Antwort ist nicht allzu enttäuschend, denn Stein & Semmel ist ursprünglich aus einem blödelnden Wortspiel entstanden. Versucht es mal auf Englisch. Wir sind Rock'n'Roll. Dabei bin ich die Semmel, die manchmal durchdreht und Martin ist der Stein oder besser gesagt mein Fels in der Brandung.

Erzählt gerne eure Meinung.

Alles Liebe,
Janine & Martin

Kommentare:

  1. Sehr schön geschrieben :) Ich selbst bin mit meinen Mann seit 13 Jahren zusammen und 9 davon, sogar verheiratet.

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  2. Liebe Denise,

    vielen Dank :) Der Antrag lässt leider noch auf sich warten ;) Ich wünsche dir und deiner Familie ein großartiges Wochenende!

    Liebe Grüße,
    Janine

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  3. Ein wirklich schöner Beitrag :) Es ist schön zu sehen, oder in diesem Falll zu lesen, wie glücklich ihr seid. Ich glaube, das Wichtigste ist einfach Ehrlichkeit und Respekt.
    Liebe Grüße
    Nadine von tantedine.de

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    1. Liebe Nadine,
      vielen herzlichen Dank :) Da geb ich dir Recht. Ich denke, das spielt alles zusammen und daraus ergibt sich auch das notwendige Vertrauen.

      Liebe Grüße,
      Janine

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